Gottesdienste für die Diaspora

Diasporagottesdienste stehen vor einer doppelten Herausforderung, denn est nicht nur eine kleine Schar von Menschen, die sich in meist fremden Räumen versammelt. Trotz aller guten Ökumene bleibt man fremd im Marienland Luxemburg, und sucht seine religiöse Heimat in diesem kleinen aber zugleich unübersichtlichen Kreis evangelischer Christinnen und Christen. Denn obwohl man nur eine kleine Gruppe ist, kennt man sich nicht zwangsläufig. Viele Menschen sind mobil und unterwegs und haben Besuch und Familie und andere Verpflichtungen.

Die Abstände, in denen man sich sieht, sind eigentlich zu lang, um Gemeinschaft zu werden, doch kürzere Abstände überfordern viele Gemeindeglieder. So bleiben es wenige, die zusammenkommen, beim Gesang begleitet von einem Klavier oder einer Querflöte, mit Liturgie und Predigt, aber auch mit einer anderen Art von Beteiligung und Nähe.

Der gesellige Teil ist daher mindestens genauso wichtig, und oft sind die wenigen Gottesdienste über lange Zeiträume hinweg die einzige Verbindung mit Pfarrer und Gemeinde. Bei schlechtem Wetter und entsprechenden Fahrverhältnissen kann es auch passieren, dass niemand kommt, denn der Weg und die Sicherheit sind für viele ältere Menschen wichtige Themen.

Trotz dieser gelebten Distanz zur Kirche und in einem unverbindlichen sozialen Netz einige funktionierende kirchliche Angebote zu machen ist die eigentliche Herausforderung der hiesigen Diasporaarbeit.

                                                               Beobachter