Integration

Integration ist nicht nur ein Mosaikstein innerhalb gesellschaftlicher Veränderungsprozess, sondern mittlerweile zum Grundstein für das gelingende Miteinanderleben unterschiedlicher Kulturen, Sprachen und Religionen in einem multikulturellen Luxemburg geworden. Integration fragt nicht länger nach der Herkunft der "Fremden", sondern beschäftigt sich mit der gemeinsamen Zukunft aller im Lande lebenden Menschen.  

Der Beitrag der Protestantischen Kirche zum Thema "Integration" ist zugleich ein Beitrag zur Kohäsion im Großherzogtum. Viele der ins Land kommenden Protestanten finden im Großherzogtum eine im Vergleich zum Herkunftsland oft unerwartet starke römisch-katholische Kirche sowie ein religiöses Brauchtum und eine Marienfrömmigkeit vor, wie sie in religiös anders geprägten Regionen Nordwesteuropas unbekannt sind. Zugleich werden kulturell bedingt gewachsene Erwartungen an das Erziehungs- und Wertesystem im Gastland in Frage gestellt, denn mit dem international einmaligen Monopol der röm.-kath. Kirche beim Religionsunterricht an staatlichen Schulen stellt sich in einem sehr sensiblen Bereich der Kindererziehung die Frage nach der religiösen Toleranz im Land.

In dieser durchaus auch als schmerzhaft erlebten Situation bietet die Protestantische Kirche Luxemburg mit ihren unterschiedlichen Gemeinden und Strömungen Anknüpfungspunkte mit unterschiedlichen Angeboten für Familien, Kinder und ältere Menschen, neue spirituelle Heimat im in religiöser Hinsicht so "fremden" Gastland Luxemburg zu finden. Ein nicht zu unterschätzender Faktor ist dabei der Umstand, dass man sich als Individuum oder Familie zu einer bestimmten Gruppe "dazugehörig" fühlen kann, und damit beginnen  Menschen unterschiedlicher Herkunft, als Mitglieder einer anerkannten religiösen Minderheit  heimisch zu werden im Großherzogtum Luxemburg. Denn "Heimat" ist dort, wo ich das Gefühl bekomme, dazuzugehören.

  mosaik herculaneum