Stiftung

Stiftung Grand-Duc Adolphe,
Duc de Nassau

(Wieder-)Geburt einer Stiftung
Die Vorbereitungen haben mehr als drei Jahre gedauert - jetzt ist es soweit: Der Großherzogliche Erlass vom 5. September 2008 genehmigt die Einrichtung der "Fondation Grand-Duc Adolphe, Duc de Nassau".

Warum (Wieder-)Geburt ?
Eine erste "Groß-Herzog-Wilhelm-Gedächtnis-Stiftung" wurde 1912 gegründet. Sie wurde während der Nazi-Besatzung am 31.12.1940 aufgelöst. Gemäß Übereinkunft mit dem Hof trägt die neue Stiftung den Namen "Fondation Grand-Duc Adolphe, Duc de Nassau".

Wozu eine Stiftung ?
Diese Stiftung ist ein Mittel (und kein Selbstzweck), das es uns erlauben soll, Gelder bei Banken, Mäzenen, öffentlichen Einrichtungen und - nicht zu vergessen - unseren Gemeindegliedern zu sammeln. Da sie als gemeinnützig anerkannt ist, können Spenden an die Stiftung innerhalb des gesetzlichen Rahmens von der Steuer abgesetzt werden. Sie kann auch Erbschaften und Schenkungen empfangen.

Welchem Zweck wird das Geld dienen ?
Der Glaube ist kein chemisch reiner Körper. Es ist unmöglich, ihn aus dem Umfeld und der persönlichen Geschichte dessen herauszulösen, der ihn lebt. Er drückt sich aus im Gebet, in der Anbetung, im Gottesdienst und sicher noch in anderer Form.

So wie es kein Licht ohne Quelle gibt, so gibt es keinen Glauben ohne Kultur, was hier natürlich nicht mit "kultiviert" gleichzusetzen ist. Kultur bedeutet hier, eine Art zu sein und zu denken. Das Kulturelle betrifft auch die Musik, die Kunst, die Tradition und das Zusammenleben. Auf diesem Gebiet hat der Protestantismus - wie jede andere Religion oder Konfession - Generationen geprägt.

An der Kirche ist es, klar das Evangelium Jesu Christi zu verkünden, an der Stiftung, das kulturelle Erbe zu pflegen. Das zukünftige Gemeindezentrum in Clausen wird als zusätzlicher Rahmen zur Dreifaltigkeitskirche dienen. So werden die Dinge auch klarer für Sie sein. Unsere Kirche wird weiterhin Ihre Spenden für Jugendarbeit, Diakonie sowie Weitergabe an verschiedene Hilfswerke sammeln.

Die Stiftung dagegen wird Konzerte, Ausstellungen, Vorträge, Treffen, die laufenden Ausgaben des Gemeindezentrums, die Aufwertung des Besitztums und andere Projekte finanzieren.

Mögliche Projekte ?
Unser Gemeindezentrum in Clausen wird 2010 voll funktionsfähig sein. Dann werden wir einen ersten Überblick über Betrieb und Kosten haben, und die Stiftung kann für die Zukunft planen.

Ich mache auf zwei mögliche Projekte aufmerksam, an die schon andere vor mir gedacht haben: Einerseits die Anschaffung von vier Kirchenfenstern als Ersatz für die vorhandenen im Kirchenschiff, die schlecht schließen und Wind und Regen durchlassen. Diese Fenster - natürlich mit biblischen Themen - wären unbestreitbar eine Attraktion für Besucher und würden zur Meditation anregen. Damit würde die Stiftung das Werk Großherzog Adolphs fortsetzen, der die Fenster im Altarraum gestiftet hat.

Und warum nicht über ein zukünftiges Altenheim nachdenken, offen für alle, ohne Ansehen von Konfession oder Religion selbstverständlich, aber mit besonderem Charakter? Was du träumst, kannst du verwirklichen, hat Walt Disney gesagt... Möge Gott die Arbeit der "Fondation Grand-Duc Adolphe, Duc de Nassau" segnen. Möge er denen, die dafür die Verantwortung übernehmen, den Willen zur Initiative und unternehmerischen Mut geben.

Herzlichen Dank an Maître Jérôme Guillot, Advokat, Mitglied der französischsprachigen Gemeinde unserer Kirche, der uns in dieser Angelegenheit unterstützt und beraten hat.


Stiftung Grand-Duc Adolphe,
Duc de Nassau

Funktion
Die Stiftung wird von einem Verwaltungsrat geleitet, der allein für deren Geschäfte verantwortlich ist.

Das Konsistorium bestimmt die Mehrheit der Mitglieder des Verwaltungsrats, deren Mandat jeweils auf sechs Jahre begrenzt ist. Mitglieder sind M. Faullimmel, G. Gebhard, P. Harr, J. Link, K. Loetsch, S. Neumann und G. Spruit.

Der Verwaltungsrat wird nach seiner konstituierenden Sitzung im November 2008 mit den ersten Veranstaltungen an Sie herantreten.


Finanzen
Das von der Kirche übertragene Stiftungsvermögen beträgt € 30.000; darüber hinaus verfügt die Stiftung über das Recht zur Nutzung des Gemeindezentrums.

Durch die Anerkennung als gemeinnützige Stiftung kann sie Spenden annehmen, die als Sonderausgaben abzugsfähig sind, wenn der Jahresbetrag aller abzugsfähigen Spenden mindestens € 120, aber höchstens 10% der Nettoeinkünfte beträgt (bis € 500.000) und Spendenquittungen vorgelegt werden. Die Stiftung wird Spendenquittungen nach Absprache ausstellen.

Neben Spenden kann die Stiftung unter Beachtung der gesetzlichen Vorschriften auch Schenkungen und Erbschaften annehmen. Eine vom Spender vorgesehene Zweckbindung von Spenden und Schenkungen wird selbstverständlich eingehalten und in der Rechnungslegung ausgewiesen.

Die Einnahmen der Stiftung dienen zur Erhöhung des Stiftungskapitals und zur Finanzierung der Aktivitäten der Stiftung. Die Ausgaben der Stiftung erstrecken sich auf die Kosten ihrer Aktivitäten und die Ausstattung und Unterhaltung ihres Veranstaltungsorts.

Die Kontonummer der Stiftung bei der BCEE ist N° LU50 0019 2755 1508 6000. Spenden können jetzt auf diesem Konto entgegengenommen werden.

Im Namen der Stiftung danke ich Ihnen im Voraus.

Stiftung Grand-Duc Adolphe,
Duc de Nassau

Großherzog-Wilhelm-Gedächtnisstiftung
Als die Protestantische Kirche 1894, nach ihrer Anerkennung als Landeskirche, die Beziehungen zur Landeskirche Sachsen-Weimar abbrach, kam sie rasch in finanzielle Bedrängnis. Da aber die Großherzöge Adolph resp. Wilhelm IV einen großzügigen Zuschuss für die Hofpredigerstelle zahlten, konnten diese Schwierigkeiten bis zum Jahre 1912 überbrückt werden.

Als danach neue finanzielle Schwierigkeiten auftauchten, wurde am 12.6.1912 zu Ehren des verstorbenen letzten evangelischen Großherzogs die Großherzog-Wilhelm-Gedächtnisstiftung ins Leben gerufen. Die Anregung dazu kam - durch Vermittlung des Hofmarschalls von Hohenlohe - vom Großherzoglichen Hof selbst.

Da die Stiftung unter dem Protektorat I. K. H. der Frau Großherzogin-Mutter stand, wurde sie alljährlich mit einer bestimmten Zuwendung von der großherzoglichen Familie bedacht. Später gesellten sich auch private Spender dazu, und "da fast die ganze Zahl der Protestanten aus Deutschen besteht", gewährte das Deutsche Reich ihr auch einen finanziellen Zuschuss.

Die Aufgabe der Stiftung bestand darin, für die Deckung der finanziellen Bedürfnisse der Kirche zu sorgen, wie z.B. Zuschüsse zur Pfarrerpension.

Am 31. August 1940 verordnete der Stillhaltekommissar für das Organisationswesen in Luxemburg: "Die Tätigkeit aller Vereine und Organisationen... aller Verbände, Stiftungen und Fonds... ist bis auf weiteres von der Genehmigung des Stillhaltekommissars abhängig."

Am 31.12.1940 wurde die Stiftung von den deutschen Besatzern aufgelöst.
Quelle: Kirchenarchiv

 

 

  
   
   

Wer war Großherzog Adolph ?

Großherzog Adolph, Herzog von Nassau-Weilburg, wurde am 24.7.1814 auf Schloss Biebrich bei Wiesbaden geboren. Am 31.1.1844 heiratete er die russische Großfürstin Elisabeth Michaelowna, die knapp ein Jahr später verstarb.  Am 23.4.1851 verheiratete sich Adolph in zweiter Ehe mit Prinzessin Adelheid-Marie von Anhalt-Dessau.

Durch den Preußisch-Deutschen Krieg von 1866, bei denen die Nassauer als Mitglied des Deutschen Bundes auf der Seite Österreichs gegen Preußen kämpften und verloren, musste Herzog Adolph seine Heimat verlassen und lebte in Königstein/Taunus, Frankfurt und Wien.

Nach dem Tod des holländischen König-Großherzogs Wilhelm III, der 1890 ohne männlichen Erben starb, fiel die Erbfolge für das Großherzogtum Luxemburg aufgrund der Erbklausel in der Luxemburger Verfassung von 1868 an die Dynastie von Nassau-Weilburg.  Am 23.11.1890 wurde Herzog Adolph Großherzog von Luxemburg ( Thronbesteigung am 9.12.1890).  Als evangelischer Christ sorgte Adolph 1894 mit der Veröffentlichung eines eigenen Statuts für die Evangelische Kirche für die offizielle Anerkennung der Evangelischen Kirche im Großherzogtum Luxembourg. Dies bedeutete zwangsläufig die Trennung von der Evangelischen Kirche von Sachsen-Weimar.

Der neue Großherzog ließ auf eigene Kosten die Dreifaltigkeitskirche, bisher eine einfache Garnisonskirche, zur Hofkirche ausbauen, kaufte das Pfarrhaus in Clausen von damaligen Pfarrer Kranichfeld und stellte es der Evangelischen Kirche von Luxemburg zur Nutzung als Pfarrhaus unentgeltlich zur Verfügung. Großherzogin Adelheid-Marie übernahm die Schirmherrschaft über den evangelischen Frauenverein in Luxemburg.  Am 17.11.1905 starb Großherzog Adolph auf Schloss Hohenburg. Kammerpräsident Auguste Laval äußerte sich über die geschichtliche Leistung Großherzog Adolphs mit den Worten: "...dass Großherzog Adolph... nichts vernachlässigt hat, dem Land das Glück und die Autonomie im Inneren, die Unabhängigkeit und die Ruhe nach außen hin zu sichern."